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Programmheft Schiffbauergasse
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Gardehusaren - Kaserne


Das preußische Garde-Husaren-Regiment war 1823 von Berlin nach Potsdam verlegt und vorerst in den alten friderizianischen Kasernen in der Tuchmacherstraße, der heutigen Charlottenstrasse, untergebracht worden. Baumeister Carl Hampel, Direktor der preußischen Militärbauverwaltung, legte in planerischer Zusammenarbeit mit Karl Friedrich Schinkel ab 1822 Stallungen und zwei Reitplätze unmittelbar neben dem Gelände der Schiffbauergasse an – zum Teil im heutigen Auffahrtsbereich zur Humboldtbrücke. Dazu zählte auch die "Schinkelhalle", die als erster gedeckter Reitplatz der Garnison diente.

1838 ordnete Friedrich Wilhelm III. den Neubau einer Kaserne für das Garde-Husaren-Regiment neben den Reitplätzen an. Der Entwurf von Carl Hampel, den Schinkel und Schmid noch mit einigen gestalterischen Korrekturen versahen, kam ab April 1839 zur Ausführung. Erstmalig konnten über 600 Husaren, ein ganzes Regiment, in einem Gebäude zu je 18 Personen in 5x10 m großen Stuben untergebracht werden. Diese erste moderne preußische Kaserne diente als Muster für die weiteren Bauten zur Modernisierung der Armee. Unmittelbar nach seiner Thronbesteigung nahm Friedrich Wilhelm IV. weiteren gestalterischen Einfluss auf das Bauwerk, indem er es mit einem Zinnenkranz nach Plänen des Hofarchiteken Ludwig Persius bekrönen ließ. 1842 konnte die 136m lange Kaserne, die mit Öfen für eine Luftheizung ausgestattet war, an das Garde-Husaren-Regiment übergeben werden. Hinzu kamen zwei Nebengebäude, ein Waschhaus und ein Abtrittgebäude. Bald folgten weitere Stallanlagen und Reithallen.

Diese Gebäude prägten die Schiffbauergasse auch als einen militärischen Standort in den Bauformen des 19. Jahrhunderts - bis heute. Nach 1871, mit der Gründung des deutschen Kaiserreichs, avancierte auch die Truppe zum "Leibgarde-Husaren-Regiment", dem Wachbataillon des Kaisers; Kommandeur war der jeweilige Thronfolger. Baulich zuletzt kamen das prachtvolle Offiziercasino und die vierte und größte, heute so genannte "Reithalle A" (1915) hinzu.

Nach der  Auflösung des Leibgarde-Husarenregiments in Folge des Versailler Friedensvertrages um 1919 nutzten zunächst noch Reiter der Reichswehr, dann Panzersoldaten der Wehrmacht und ab 1945 sowjetische Truppen die Gebäude der Gardehusarenkaserne.

Der rechte Flügel der Kaserne und Teile der Stallanlagen dienten noch bis 1994  militärischen Einheiten des sowjetischen Geheimdienstes KGB, nun zur Unterkunft eines Funk- und Logistikbataillons sowie als Tankstelle, Garagen und Reparaturwerkstätten des Fuhrparks. Heute sind im "Stammhaus" der Kaserne das Kreiswehrersatzamt und das Truppendienstgericht Nord der Bundeswehr untergebracht. Zur Zeit prüft der Bund, welche weitere Nutzung ab 2008 erfolgen soll, wenn das Potsdamer Kreiswehrersatzamt aufgelöst wird.

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